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Ach, Du Scheiße: Mount Everest in Abfall-Not!

Kaum ging mit dem Frühjahr 2018 die wohl erfolgreichste Saison der Everest-Besteigungen in die Geschichte ein – da verbreitete sich unangenehmer Geruch über dem Dach der Welt. Ein Boom und seine Abfall-Folgen

Eine Mount-Everest-Besteigung ist eigentlich eine kurze Geschichte. Im Durchschnitt bleiben die Alpinisten knapp 20 Minuten auf dem Gipfel. Nicht jeder möchte also auf dem Dach der Welt Schlafen und eine Nacht dort verbringen, wie es der legendäre, aber leider im Jahr 2001 tödlich verunglückte Babu Chiri Sherpa machte: Der Mann aus Taksindu, am Great Himalaya Trail gelegen, blieb 21 Stunden auf dem Gipfel. Er verbrachte dort eine Nacht – mit Zelt, aber ohne zusätzlichen Sauerstoff.

Heute muss alles schneller gehen, schließlich geht es nur um den Gipfel, ein Foto, etwas Social Media und ab geht der Kletterer zurück ins Tal.

Doch was in all den Jahren (fast) gleich geblieben ist, das ist der behutsame, weil für die Akklimatisation wichtige langsame Aufstieg. Neben dem gut ausgestatteten Basislager säumen weitere Camps den Aufstieg, in denen die Bergsteiger längere Zeit im ewigen Eis verbringen. Doch auch in größerer Höhe gibt es „menschliche Bedürfnisse“ – und hier beginnt der Berg definitiv an zu stinken.

Zuerst berichtete der nepalesische Journalist und Everest-Experte, Rajan Pokhrel, als Redakteur von The Himalayan Times über das Problem.

Und erhielt ein beachtliches mediales Echo. Vor allem menschliche Fäkalien verschmutzen die eisige Umgebung der Höhenlager, berichten nun zahlreiche Bergsteiger.

Bisher konzentrierte sich die Diskussion um die Verschmutzung am Mount Everest vor allem auf Abfälle, die die Expeditionen selbst mit den Berg brachten. Dazu gehörten Sauerstoffflaschen, Plastikmüll, Verpackungen und Ausrüstungsgegenstände.

Vor allem die Höhe über 6200 Meter macht die Abfälle zu einem massiven Problem, denn die menschlichen Fäkalien werden ein Teil des ewigen Eises und tauen in „wärmeren“ Phasen leicht an – starke Geruchsbelästigungen sind die Folge.

Den nepalesischen Verantwortlichen ist die Entwicklung am Mount Everest bekannt, doch eine Lösung ist kaum in Sicht. Missmanagement, Korruption und fehlendes Personal für mögliche Kontrollen bestehender Abfallgesetze machen den Berg der Berge noch immer zu einem „wilden Westen“, in dem Bergsteiger nur ein Ziel haben und fast ungestört verfolgen können: Nicht den Erhalt der Natur, sondern den Erhalt eines Zertifikats, das den erfolgreichen Aufstieg in die Höhe von 8848 Metern bestätigt.

Autor: Peter Hinze

Mit der Abfall- und Umweltproblematik am Mount Everest beschäftigt sich Autor Peter Hinze auch in seinem Buch „The Great Himalaya Trail“

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